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Raucherentwöhnung: Strategievergleich nach erfolgloser Erstbehandlung

Cinciripini PM et al., 02. Mai 2024 - Viele Raucher*innen kämpfen mit ihrer Sucht und möchten gerne aufhören. Obgleich mit dem Wirkstoff Vareniclin und einer kombinierten Nikotinersatztherapie (KNET) heute etablierte und wirksame Ansätze zur Verfügung stehen, geht die Erstbehandlung nicht selten mit einem Misserfolg einher. Cinciripini et al. haben daher verschiedene Möglichkeiten für die 2. Therapiephase verglichen und konnten in ihrer Studie erfolgreiche Strategien identifizieren.
K. Oborny/Thieme

Fazit

In dieser randomisierten Studie zur optimalen Strategie nach erfolgloser Erstbehandlung von Raucher*innen mit Stopp-Absichten zeigte eine Dosiserhöhung sowohl in der Vareniclin-Gruppe als auch im Fall einer kombinierten Nikotinersatztherapie die größten Abstinenzerfolge. Darüber hinaus konnte ebenfalls ein Wechsel von Nikotinersatztherapie zu Vareniclin die Chancen für einen Therapieerfolg erhöhen.

Nicht wenige Menschen mit langjährigem Nikotinabusus möchten gerne aufhören, schaffen den Rauchstopp aber nicht beim ersten Versuch. Cinciripini et al. wollten in diesem Kontext nun mehr über die Erfolgsaussichten verschiedener Strategien nach einer missglückten Ersttherapie vergleichen und haben die Ergebnisse einer randomisierten und kontrollierten Studie veröffentlicht.

Die doppelblinde, placebokontrollierte und sequenziell randomisierte Studie mit mehrfacher Zuweisung fand im Zeitraum zwischen Juni 2015 und Oktober 2019 in einer Klinik zur Raucherentwöhnung in Texas statt und schloss 490 Freiwillige mit Nikotinabusus und Stopp-Absichten ein. Diese nahmen für einen Zeitraum von 6 Wochen nach der ersten Randomisierung an einer von 2 Studiengruppen teil und erhielten entweder eine Behandlung mit Vareniclin in der Dosierung von 2 mg pro Tag in Kapselform oder eine kombinierte Ersatztherapie mit 21-mg-Pflastern und 2-mg-Lutschtabletten.

Im Anschluss folgte dann die 2. Studienphase mit erneuter Randomisierung. Teilnehmende sollten demnach entweder die aktuelle Behandlung für weitere 6 Wochen fortsetzen, die Therapiegruppe wechseln oder die Dosis der aktuellen Therapie erhöhen. Als primären Endpunkt definierte das Forschungsteam schließlich die biochemisch verifizierte 7-Tage-Prävalenz der Abstinenz am Ende der insgesamt zwölfwöchigen Behandlung.

 
Erfolg nach Dosissteigerung

Insgesamt nahmen 490 Personen an der Studie teil. Sie waren durchschnittlich gerundet 48 Jahre alt mit einem Anteil weiblicher Person von 43 % und rauchten im Mittel 20 Zigaretten pro Tag. Nach der ersten Phase zeigten 44 Teilnehmende unter kombinierter Ersatztherapie eine Abstinenz und setzten ihre Behandlung fort. Von den nicht abstinenten Personen dieser Gruppe wurden 151 erneut randomisiert und setzten bei Nichterscheinen zum Termin entweder ihre ursprüngliche Behandlung fort, steigerten nach Anwesenheit die Dosis oder wechselten in die Gruppe mit Vareniclin.

In der Gruppe mit Vareniclin konnte das Forschungsteam bei 88 Personen eine Abstinenz feststellen und teilte diese für die zweite Phase einem Fortsetzen ihrer Therapie zu. Von den verbliebenen 157 nicht abstinenten Personen wurden 122 erneut randomisiert und erhöhten entweder die Dosis oder wechselten zur Ersatztherapie.

Beim Vergleich der Strategien unter Berücksichtigung des primären Endpunkts zeigten sich in beiden Gruppen im Hauptergebnis die größten Erfolge im Fall der Fortsetzung der vorherigen Therapie mit erhöhter Dosis. Lediglich in der Gruppe mit Ersatztherapie führte auch ein Wechsel der Strategie zur Behandlung Vareniclin zu einer erhöhten Chance auf den Therapieerfolg. Hinsichtlich weiterer Endpunkte, darunter die kontinuierliche Abstinenz nach 6 Monaten, beobachteten die Autor*innen die stärksten Vorteile in beiden Gruppen ausschließlich durch eine Dosiserhöhung der bisherigen Therapie.

Sie kommen daher zu dem Schluss, dass bei beiden untersuchten Strategien zur Raucherentwöhnung nach einem Misserfolg nach 6 Wochen vor allem die Dosissteigerung die Abstinenzraten erhöhen könne. Darüber hinaus beobachteten sie ferner eine erhöhte Chance für Erfolge nach einem Wechsel von Ersatztherapie zu Vareniclin.